Meine Rechte

Ihr Wiedereinstieg ins Berufsleben

Der Schritt zurück ins Arbeitsleben tut gut – Sie können Ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und sind wieder Teil eines Teams. Nach einer langen Arbeitsauszeit kann es helfen, sich etappenweise wieder in den Arbeitsalltag einzugewöhnen und die Belastung langsam zu steigern. Die gute Nachricht ist: Es gibt eine berufliche Rehabilitation, die Ihnen den Wiedereinstieg erleichtern kann.

Welche beruflichen Rehabilitationsleistungen gibt es?

Die Rehabilitation beruht auf dem Gedanken, gesundheitlich eingeschränkten Menschen den Weg zurück ins Alltagsleben zu erleichtern. Zusätzlich zur medizinischen Rehabilitation wird die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben gefördert. Das heißt: Nach langer Arbeitsunfähigkeit besteht nach ärztlicher Verordnung die Möglichkeit, die beruflicheTätigkeit stufenweise aufzunehmen (das sogenannte Hamburger Modell, § 74 SGB V). In enger Absprache mit dem Arbeitgeber und dem behandelnden Arzt wird ein Wiedereingliederungsplan erstellt. Von Woche zu Woche wird die Arbeitszeit – in Abhängigkeit von der Erkrankung und therapeutischen Empfehlungen – schrittweise gesteigert, bis die festgelegte Zahl an Arbeitsstunden (je nach Arbeitszeitmodell) erreicht ist.

„[…] Hamburger Modell heißt das. […] ich hab mit 4 Stunden angefangen. Das kann man unterschiedlich anfangen, je nachdem, wie man will. Es gibt auch welche, die fangen mit 2 Stunden an am Tag und schaffen dann eine Woche 2 Stunden, und gehen dann eine Stunde hoch.“
- Bianca Jung-Niederberger

Eine Wiedereingliederung kann grundsätzlich jeder beantragen, der gesetzlich versichert ist und seinen Beruf aufgrund von längerer Krankheit nicht ausüben konnte. Arbeitnehmer sind in der Zeit der Wiedereingliederung krankgeschrieben und erhalten finanzielle Unterstützung durch Sozialversicherungsträger wie der Krankenkasse, der Rentenversicherung oder einer gesetzlichen Unfallversicherung.

Weiterführende Informationen:

Einfach teilhaben – Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Leistungen zur Teilhabe können Unterstützungsmaßnahmen jeglicher Form sein. Unter anderem können Sie Hilfe bei der Berufsvorbereitung, beruflichen Umorientierung oder Weiterbildung in Anspruch nehmen. Darüber hinaus erhalten Sie unter anderem Hilfe bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz oder dem Erhalt des bestehenden. Der Arbeitgeber erhält unter bestimmten Bedingungen Eingliederungszuschüsse. Ansprechpartner und Leistungsträger sind die Agentur für Arbeit sowie die Träger der Sozialhilfe.

Die Rentenkasse bezahlt das dann, wenn man sagt, man möchte  eine Umschulung machen [...]. Die sind für einen da, wenn`s da drum geht. [...] Es gibt über die Rentenkasse Fördermittel dafür. […] Das sind alles Sachen, das sollte man sich auf jeden Fall mit einberechnen und machen. […] Also ich bin der Meinung, wenn ich arbeiten geh, dann […] mit allem, was der Staat mir zur Verfügung stellt und so, wie ich kann.
- Carolin Thurmann

Berufliche Rehabilitation

Unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen

Über die medizinische Rehabilitation und die Leistungen der Teilhabe am Arbeitsleben hinaus steht Ihnen eine Sicherung des Lebensunterhalts zu. Darunter fallen unter anderem Übergangsgeld, Krankengeld und Verletztengeld. Ebenfalls können Beiträge und Zuschüsse zur Sozialversicherung gewährt werden. Weitere ergänzende Leistungen können nach ärztlicher Festsetzung z. B. Beiträge und Zuschüsse zur Sozialversicherung, zum Rehabilitationssport oder für die Kinderbetreuung sein.

Weiterführende Informationen:

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Wann kann ein Antrag auf „Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen“ gestellt werden?

Der Grad der Behinderung (GdB) entscheidet darüber, ob eine Gleichstellung gegenüber einem schwerbehinderten Menschen erwirkt werden kann. Eine Gleichstellung kann laut Sozialgesetzbuch erwirkt werden, wenn ein GdB von weniger als 50, aber mindestens von 30 vorliegt und aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen keine Arbeitsstelle in Aussicht ist oder diese gekündigt wurde (§ 2 Absatz 3 SGB IX). Ein Vorteil der Gleichstellung ist z. B. der besondere Kündigungsschutz. Der Gleichstellungsantrag richtet sich an die wohnortnahe Agentur für Arbeit.

Wo erhalten Sie Anträge und Formulare?

Zu Anträgen und Formularen können Sie sich z. B. hier telefonisch informieren.

Weiterführende Informationen:

Haben Sie Fragen?0800 853 63 60Das PAH-Service-Team freut sich auf Ihren Anruf